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Das Gerundivum ist ein stets futuristisches passivisches (auch bei den Deponentien) Verbaladjektiv mit Bezugswort. Es wird wie das Gerundium gebildet, allerdings besitzt es alle Formen eines Adjektives, das nach der a-/o-Deklination dekliniert wird. Es kann attributiv (nähere Bestimmung eines Substantiv oder Pronomens, zur Bezeichnung eines Vorgangs bei transitiven Verben) oder prädikativ (Ergänzung zum Prädikat) gebraucht werden. Prädikativ steht das Gerundivum mit einer Form von esse, es dient hier besonders zum Ausdruck des Zwecks bei einigen Verben. Ein Täter steht normalerweise im Dativ, jedoch im Ablativ wenn das Verb bereits mit einem Dativ konstruiert. Es hat meistens einen futuristischen Sinn, der eine Notwendigkeit ausdrückt.
Puer laudandus in forum vadit. - Der zu lobende Junge geht auf das Forum. / Der Junge, der gelobt werden muss, geht auf das Forum. Vir mihi laudandus est. - Der Junge ist mir ein zu lobender. / Der Junge muss von mir gelobt werden. / Der Junge ist lobenswert.
Manchmal wird es auch als im Lateinischen fehlendes Partizip Präsens Passiv gebraucht, dann aber ohne den Sinn der Notwendigkeit.
Res, quae ad marcescendos flores pertinent, non bonae sunt. - Sachen, die zur Verwelkung der Blumen beitragen, sind nicht gut. (wörtlich: Sachen, die zu den verwelkt werdenden Blumen beitragen, sind nicht gut.)
Das negierte Gerundivum wird mit nicht dürfen übersetzt. Teilweise geht es auch in den Sinn einer Möglichkeit über.
Liber non legendus est. - Das Buch darf nicht gelesen werden. / Das Buch ist nicht zu lesen. / Das Buch ist nicht lesenswert.
Unpersönlich gebraucht wird es vor allem bei intransitiven Verben.
Legendum non est. - Es darf nicht gelesen werden. / Man darf nicht lesen.
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