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Epigramme (griechisches Wort für Aufschrift) waren ursprüngliche Inschriften auf Weihgaben, einem Kunstwerk oder einem Grab. Sie entwickelten sich später zu einer eigenen Dichtungsgattung weiter, die auch Gefühle und Gedanke enthielten und sich an den Benutzer / Betrachter des Gegenstandes oder den Besucher des Grabes richteten. Ein bekannter römischer Dichter von Epigrammen war Martial. Das folgende Epigramm stammt auch ihm.
Lateinischer Text: “Quintus Thaida amat.” “Quam Thaida?” “Thaida luscam.” Unum oculum Thais non habet, ille duos. (Martial, Epigrammata 3,8)
Vokabeln: Thais, Thaidos (Akkusativ Thaida) f. - Thaida luscus, -a, -um - einäugig
Deutsche Übersetzung: “Quintus liebt Thais.” “Welche Thais?” “Die einäugige Thais.” Thais hat ein Auge nicht, jener zwei.
Aussage: Das Epigramm will aussagen, dass Liebe blind macht, denn Quintus liebt die hässliche Thais. Diese ist hässlich aufgrund ihrer Einäugigkeit. Quintus hingegen ist blind, da er sie trotzdem liebt und er die Hässlichkeit nicht erkennt.
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