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Im Lateinischen hat der Accusativus cum Infinitivo (AcI) die Funktion des Satzgliedes, das nicht durch Kommata abgetrennt wird, während er im Deutschen als satzwertige Konstruktion betrachtet wird, da er einen Nebensatz, der durch „dass“ eingeleitet wird und mit Kommata abgetrennt wird, bildet.
Der AcI kann von folgenden Verbgruppen abhängen:
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Verben
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Beispiele
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der Gemütsbewegung
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dolere, gaudere, indignari, lugere, mirari
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des Sagens, Mitteilens und Berichtens
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clamare, dicere, docere, nuntiare, referre
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des Verbietens, Hinderns und Befehlens
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impedire, iubeo, prohibere, sinere, vetare
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der Wahrnehmung
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audire, cernere, cognoscere, sentire, videre
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des Wissens und Glaubens
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censere, credere, meminisse, putare, scire
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des Wünschens und Wollens
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cupere, malle, nolle, studere, velle
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des Drohens, Gelobens, Hoffens, Schwörens und Versprechens
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iurare, minari, promittere, sperare, vovere
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unpersönliche Ausdrücke
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constat, convenit, fama est, fas est, necesse est
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Bei den Verben des Wünschens und Wollens steht bei Subjektsverschiedenheit ein AcI, bei Subjektsgleichheit steht lediglich der Infinitiv.
Volo laudari. - Ich will gelobt werden. (= Ich will, dass ich gelobt werde.) Volo te laudari. - Ich will, dass du gelobt wirst.
Bei Verben des Anklagens, Dankens, Glückwünschens, Lobens, Tadelns, Verurteilens und Zürnens steht kein AcI.
Manchmal kann der AcI neben der Methode mit dem dass-Satz auch wörtlich wiedergegeben werden:
Video te ludere. - Ich sehe dich spielen. / Ich sehe, dass du spielst. Audio te vocare. - Ich höre dich rufen. / Ich höre, dass du rufst.
In den beiden obigen Sätzen ist das Wort „te“ Subjektsakkusativ. Bei mehreren Akkusativen wird häufig eine passive Konstruktion bevorzugt, um Zweideutigkeiten zu vermeiden.
Puto te hostes vincere. - Ich glaube, dass du die Feinde besiegst. / Ich glaube, dass dich die Feinde besiegen. Puto hostes a te vinci. - Ich glaube, dass die Feinde von dir besiegt werden.
Der AcI kann unter anderem in Relativsätzen vorkommen. Das Relativpronomen bildet dabei den Subjektsakkusativ. Bei der Übersetzung wird es mit dem Nominativ übersetzt. Das Verb im Relativsatz, von dem der AcI abhängt, wird mit „wie“ in der Übersetzung integriert.
Gladiator, quem fortem esse puto, cum clamore adversario occidit. - Der Gladiator, der, wie ich glaube, mutig ist, tötet den Gegner mit Geschrei. Templum, quod a multis aedificatum esse credo, etiam hodie in Roma est. - Der Tempel, der, wie ich glaube, von vielen gebaut worden ist, ist auch noch heute in Rom.
Wenn der AcI als Fragesatz vorkommt, wird auch hier der Subjektsakkusativ mit dem Nominativ übersetzt. Das Verb im Fragesatz, von dem der AcI abhängt, wird, durch Kommata abgetrennt, eingefügt.
Quem magistrum numquam errare putatis? - Welcher Lehrer, glaubt ihr, irrt sich niemals? Quot aras a sacerdotibus hodie exstructas esse arbitramini? - Wie viele Altare, meint ihr, wurden heute von den Priestern errichtet?
Ein AcI kann ebenfalls in einem Ausruf vorkommen. Hier gibt es aber kein Verb, dass ihn einleitet.
Me tam stultum esse potuisse! - Dass ich so dumm sein konnte! Caesarem imperatorem haec sustinere! - Dass der Feldherr Caesar dies aushält!
Beim Infinitiv Perfekt Passiv, beim Infinitiv Futur Aktiv und bei vorangestelltem Gerundivum kann esse entfallen.
Censemus hostes a militibus nostris victos (esse). - Wir schätzen, dass die Feinde von unseren Soldaten besiegt worden sind. Iubeo flumen transeundum (esse). - Ich befehle, dass der Fluss überschritten werden muss. (Ich befehle, dass der Fluss ein zu überschreitender ist.)
Verben, die keinen Infinitiv Futur bilden können, müssen diesen umschreiben. Dies geschieht durch eine Konstruktion mit futurum esse oder fore und einem Konsekutivsatz mit ut, in dem ein Konjunktiv Präsens oder Konjunktiv Imperfekt steht.
Credo futurum esse / fore, ut saneris. - Ich glaube, dass du geheilt werden wirst. Credidi futurum esse / fore, ut sanareris. - Ich glaubte, dass du geheilt sein würdest.
Der Infinitiv Perfekt kann in einem AcI, der abhängig von velle, nolle oder malle ist, zum Ausdruck der Dringlichkeit stehen.
Haec fieri volo. - Ich will, dass dies gemacht wird. Haec facta esse volo. - Ich will, dass dies unbedingt gemacht wird.
Die Zeitverhältnisse im AcI sind folgendermaßen:
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Infinitiv
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Zeitverhältnis zu verbum dicendi bzw. sentiendi
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Präsens
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Gleichzeitigkeit
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Perfekt
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Vorzeitigkeit
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Futur
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Gleichzeitigkeit, nur bei Verben des Drohens, Hoffens, Schwörens und des Versprechens steht die Nachzeitigkeit
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